Teil I: Der Schnellzugriff für zu Hause

Wenn du nur zehn Minuten hast: die Notfall-Triage für zu Hause

Teil I: Der Schnellzugriff für zu Hause

Wenn du nur zehn Minuten hast: die Notfall-Triage für zu Hause

Kapitel 6 von 42 · 2 Min. Lesezeit · 0% des Buches gelesen

Es brennt, und du hast das Buch nicht gelesen oder nicht mehr im Kopf. Diese Seite bringt dich in Sicherheit, bis du die richtige Karte oder das richtige Kapitel findest. Sie ersetzt keines davon. Sie verhindert nur den einen teuren Fehler in den ersten Minuten.

Schritt 1: Ruhig werden, bevor du irgendetwas tust. Dein Gehirn feuert jetzt einen Schutzreflex, nicht Elternweisheit (Kapitel 1). Atme einmal. Dein Kind liest dein Gesicht schneller als deine Worte. Sag ihm, falls es vor dir steht: „Ich glaube dir. Das war nicht deine Schuld. Wir gehen da gemeinsam durch.“

Schritt 2: In welcher Zone bin ich? (Kapitel 3). Nicht fragen „Wie heißt das?“, sondern „Wie ernst ist das?“. Drei Merkmale entscheiden: Absicht, Wiederholung, Machtgefälle. Zone 1, Reibung: Konflikt, Provokation, Blödsinn ohne System. Das löst du im Gespräch. Zone 2, Grenzverletzung: gezielt, wiederholt, gegen dein Kind. Hier kommen Schule und die anderen Eltern dazu. Zone 3, Straftat: sexualisierte Inhalte Minderjähriger, Erpressung, Bedrohung, Grooming. Du schützt, und du entscheidest über die Polizei; bei sexualisierten Bildern Minderjähriger ist sie dringend empfohlen.

Schritt 3: Der eine Fehler, den du jetzt nicht machst. Bei einem sexualisierten Bild einer minderjährigen Person: nicht ansehen, nicht analysieren, nicht weiterleiten, nicht „zur Beweissicherung“ speichern. Auch nicht als Elternteil, und auch nicht, um andere Eltern zu warnen. Das Bild niemals selbst anfassen; das Material sichert die Polizei (Kapitel 8). Bei allem anderen (Cybermobbing, Drohung, Fake-Profil, keine Nacktbilder Minderjähriger) sind Screenshots mit Datum und URL erlaubt und sinnvoll (Kapitel 6, Karte 1).

Schritt 4: Wen hole ich, in welcher Reihenfolge. Zone 3: Polizei. Du entscheidest darüber, und ermitteln musst du nicht selbst. Die Schule informierst du, wenn es dort Kreise zieht. Zone 2: Schule und gegebenenfalls die anderen Eltern. Zone 1: erstmal du, im Gespräch. Dann schlägst du die passende Karte oder das passende Kapitel auf und arbeitest es ab.

In einem Satz: Ruhig werden, Zone bestimmen, das Bild nicht anfassen, die Richtigen holen. Alles Weitere steht auf den Karten und in den Kapiteln. Und über allem: Wirkt dein Kind verzweifelt oder hoffnungslos, hat das Krisenkapitel (Teil V) Vorrang vor jedem dieser Schritte.

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