Teil VI: Wenn es dich selbst trifft
Was diese Fälle mit dir machen
Kapitel 37 von 42 · 1 Min. Lesezeit · 0% des Buches gelesen
Wer das eigene Kind durch so etwas begleitet, ist selbst betroffen, emotional und oft auch körperlich spürbar. Schlaf, Reizbarkeit, das Gefühl, nicht mehr abschalten zu können: Das ist keine Überempfindlichkeit, sondern eine normale Reaktion auf eine unnormale Situation. Und es gibt eine besondere Elternfalle: die Selbstvorwürfe. „Hätte ich früher hinschauen müssen?“ Diese Frage wird kommen. Die ehrliche Antwort steht in Kapitel 1: Deine Reflexe sind menschlich, und Schuld hat allein, wer die Tat begangen hat. Das gilt für dein Kind, und es gilt für dich.
Was hilft: mit jemandem reden, der nicht in der Familie steckt, eine Freundin etwa, das Elterntelefon (0800 111 0 550) oder eine Erziehungsberatungsstelle. Aufgaben teilen, statt alles allein zu tragen; wenn es zwei Elternteile gibt, wechselt euch ab. Und die Erlaubnis, die du deinem Kind gibst, gilt auch für dich: Wenn ein Fall etwas in dir auslöst, besonders, wenn du selbst Ähnliches erlebt hast, ist professionelle Unterstützung die kluge Wahl, nicht die letzte.