Teil III: Der Familienteil: gemeinsam wachsen
Track A, für die Kleinsten (etwa 3 bis 6 Jahre)
Kapitel 20 von 42 · 1 Min. Lesezeit · 0% des Buches gelesen
Hier geht es nicht um Technik, sondern um vier Fundamente, die ein Leben lang tragen.
„Mein Körper gehört mir.“ Ein einfaches, wiederkehrendes Ritual. Beim Anziehen, Baden, Kitzeln lernt das Kind, dass es über seinen Körper bestimmt. „Willst du das? Nein? Dann hören wir auf.“ Wer früh erlebt, dass sein Nein zählt, sagt es später leichter, auch online.
Das Ja- und das Nein-Gefühl. Spielerisch benennen: „Wie fühlt sich das im Bauch an, gut oder komisch?“ Kinder lernen, ihrem Bauchgefühl zu trauen. Das ist die früheste Form der Grenzkompetenz, die später vor Grooming schützt.
Gute und schlechte Geheimnisse. Der vielleicht wichtigste Baustein. Erklärt am Beispiel: Ein gutes Geheimnis (Omas Geburtstagsüberraschung) macht Vorfreude und wird später aufgelöst. Ein schlechtes Geheimnis macht Bauchweh und soll für immer geheim bleiben. Über so eins darf und soll man immer mit einem vertrauten Großen reden, egal was jemand gesagt hat. Weil Geheimhaltung die Kernstrategie von Täterinnen und Tätern ist, bricht dieser Satz sie früh.
Die Hand der vertrauten Menschen. Eine schöne gemeinsame Übung: Zeichnet die Hand des Kindes nach. Auf jeden Finger kommt ein Mensch, den es fragen kann, wenn es Bauchweh hat, du, der andere Elternteil, Oma, die Erzieherin, wer auch immer. Aufhängen. So hat das Kind sein Netz buchstäblich in der Hand.
Erste Medienkompetenz ohne Fachbegriffe: nicht „erkenne den Deepfake“, sondern „nicht alles auf dem Bildschirm ist echt, und wenn dich etwas komisch macht, frag einen Großen“.