Teil IV: Der Übungsteil: Fünf Fälle für Eltern
Fall 5: Der Fehlalarm
Kapitel 30 von 42 · 1 Min. Lesezeit · 0% des Buches gelesen
Deine Tochter kommt wütend nach Hause: In einem Gruppenchat hat ihr jemand einen frechen Spitznamen verpasst, und zwei haben gelacht. Dein erster Impuls: bei der Klassenlehrerin eine Krisensitzung verlangen.
In welcher Zone? Zone 1. Reibung, ohne System, ohne Machtgefälle, ohne Wiederholung.
Der erste richtige Schritt: Ernst nehmen, ohne zu eskalieren. Zuhören, das Gefühl gelten lassen, gemeinsam überlegen, was sie selbst sagen oder tun kann.
Die Fallen: Aus Sorge das volle Krisenprogramm auslösen. Den Begriff „Mobbing“ vorschnell übernehmen. Deiner Tochter das Gefühl geben, sie sei ein Opfer, wo sie eigentlich eine Alltagssituation meistern kann.
Auflösung: Nicht alles Unangenehme ist Gewalt. Die Landkarte hilft: Geht es dem Kind wirklich schlecht, wiederholt es sich, steckt System dahinter? Dann neu bewerten. Hier reicht Begleitung. Wer jede Reibung zur Krise erklärt, hat im echten Ernstfall keine Kraft mehr übrig. Und ein Kind, das gelernt hat, kleine Konflikte selbst zu lösen, ist besser geschützt als eines, für das immer die Eltern anrücken.